Schlagwort-Archiv: Wirtschaft

Dynamisierung als Herausforderung für Führungskräfte

Wir leben in einerspannenden Zeit. Globale Megathemen wie etwa Digitalisierung, zunehmende Migration, zukunftsfähige Bildung, Diversität in Gesellschaft und Organisationen oder eineallumfassende Dynamisierung beeinflussen mehr und mehr unseren Alltag.

Dabei stellen sich viele Fragen: Wie gehen wir mit diesen Themen um? Was bedeutet die Dynamisierung in Märkten, in der Technologie und in vielen anderen Bereichen für Politik, Verwaltung und Wirtschaft? Sind unsere Ansätze noch zeitgemäß? Diese und andere Fragen stellen sich sowohl in der Politik, Verwaltung wie auch der Wirtschaft. Die Perspektiven der Systeme unterscheiden sich jedoch. Während Organisationen der Wirtschaft vor allem Leistungen in den Bereichen Innovation und Wertschöpfungerbringen, schafft die Verwaltung den entsprechenden Rahmen und sorgt für Stabilität.

Die Auswirkungen globaler Megatrends wirken dabei auf beide Systeme: Die Wirtschaft reagiert mit höherer Effizienz, besserer Qualität und mehr Innovation. Doch auch die Systeme der Verwaltung und Politik können sich der Geschwindigkeit nicht entziehen. Sie fokussieren jedoch die zentrale Leistungsfunktion, nämlich das Schaffen eines stabilen Rahmens, und ermöglichen so unter anderem der Wirtschaft innovativ zubleiben.

Die Veränderung bringt dabei zwangsläufig auch Konflikte mit sich. Führungskräfte sowohl in der Wirtschaft wie in der Administration sind gefragt, sich den Konflikten aktiv zustellen und sie zu managen. Persönliche Kompetenzen wie Skills im Projektmanagement, Lösungskompetenz oder das Stabilisieren von Systemen sind heute gefragter denn je – sowohl in der Wirtschaft wie auch der Verwaltung.

Nachhaltig verhandeln: Zuhören als Verhandlungstaktik

Verhandlungen sind so etwas wie die Königsdisziplin des Managements. Sie benötigen viel Vorbereitung und – ganz wichtig – ein definiertes Ziel. Die Arbeit im Vorfeld der eigentlichen Verhandlung kann dann schon zu einem guten Teil ihren Verlauf bestimmen. Umfassende Recherchen, das Aufbereiten von Informationen und die Beschäftigung mit den Zielen und Bedürfnissen des Verhandlungsgegner bilden die Grundlagen einer soliden strategischen Vorbereitung.

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Verhandeln für die öffentlicher Hand und in der Wirtschaft – unterschiedliche Strategien?

Auch wenn die Strategien sich unterscheiden die Basisfragen bleiben gleich: Was ist mein Ziel und worum geht es mir? Was sind die Ziele meines Gegenübers und worum geht es ihm bzw. ihr? – Diese Fragen fokussieren jeweils zwei wesentliche Aspekte: die Positionen und die Bedürfnisse der (ver)handelnden Personen.  Die inhaltliche Verhandlungsposition und die persönlichen Bedürfnisse der Verhandelnden sind dabei unbedingt zu trennen. Genaues Zuhören ist daher ein Muss, egal ob bei Verhandlungen für die öffentliche Hand oder für ein Wirtschaftsunternehmen.

Es gibt aber auch  entscheidende Unterschiede, wenn an Verhandlungen die öffentliche Hand – beteiligt ist.  Wesentlich ist, dass bei Institutionen die Person von der Funktion zu trennen ist. Die Verhandlungsführer vertreten beispielsweise den Bund oder die Länder und artikulieren daher keine PERSÖNLICHEN Interessen, wohingegen ein Unternehmer naturgemäß  zumindest Partikularinteressen verfolgt. Dies zeigt sich in der Vorgehensweise, den Verhandlungsstrategien sowie in der Positionierung. Wer für sich selbst verhandelt, ist flexibler.

Zuhören als Verhandlungstaktik

Um erfolgreich zu Verhandeln sind verschiedene Fähigkeiten gefragt: Vorbereitung durch Recherche, Durchsetzungskraft, Nervenstärke und Übersicht sind Grundvoraussetzung. Daneben zeichnen sich erfolgreiche Verhandlerin dadurch aus, dass sie sich auf ihr Gegenüber einlassen können.

Hier helfen die theoretischen Grundlagen des Kommunikationspsychologen Friedemann Schulz von Thun. In den 1980er Jahren entwickelte Schulz von Thun das sogenannte Kommunikationsquadrat. Darin verknüpft er zwei verschiedene theoretische Traditionen: nämlich die verschiedenen Funktionen von Sprache (die Darstellungs-, Symbol-, Ausdrucks- und Appellfunktion) mit den Beziehungsaspekten von Sprache. Ein und dieselbe Nachricht enthält demnach viele Botschaften. Der Sender im Kommunikationsprozess sendet immer zugleich auf allen vier Seiten – ob er will oder nicht.

Zunächst verfügt jede Nachricht über einen Sachinhalt und teilt damit etwas Bestimmtes mit. Daneben stellt beispielsweise die Art der Formulierung, der Tonfall, die gewählte Kommunikationssituation usw. zugleich eine Beziehung zwischen den Kommunikationspartnern her. Darüber hinaus gibt jeder Sprecher etwas von sich selbst preis: Die Nachricht enthält zu einem bestimmten Teil immer auch eine gewisse Selbstoffenbarung. Schließlich ist jede Mitteilung auch ein offener oder verdeckter Appell an den Kommunikationspartner. Der Sender möchte mit seiner Nachricht etwas bewirken. Bei Verhandlungen bedeutet dies: Es ist essentiell auf allen vier Ebenen genau hinzuhören und den Gegenüber zu lesen.

Nachhaltigkeit als Verhandlungsprinzip

Bei allem Bemühen das Beste für die eigene Verhandlungsseite herauszuholen, sollte dann jedoch vor allem ein nachhaltiges Verhandlungsergebnis angestrebt werden. Das beste Ergebnis bringt nichts, wenn nach Abschluss der eigentlichen Verhandlungen kurze Zeit später nachverhandelt werden muss.

Alpbach 2013: Das Prinzip Ergebnisverantwortung in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik

Bereits seit etwa einer Woche läuft das Europäische Forum Alpbach 2013. Im tirolerischen Alpbach treffen sich jährlich Persönlichkeiten und Interessierte aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft um sich auszutauschen und aktuelle Themen und Herausforderungen zu diskutieren.

Einen wesentlichen Teil des Forums bilden die Alpbacher Gespräche. Sie werden in Form von Talks, kurzen Konferenzen und Workshops abgehalten. Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen in den Bereichen Gesundheit, Politik, Finanzmarkt, Technologie und Wirtschaft.

Im Rahmen des Schwerpunkts Wirtschaft gestalte ich heuer gemeinsam mit Klaus Weissmann, Gottfried Haber, Aslan Milla und Peter Hajek einen Arbeitskreis. Inhaltlich wird die als Workshop angedachte Diskussion an die Forderung der Arena Analyse 2013 nach mehr Verantwortlichkeit in der Politik anknüpfen.

Wie sehen Lösungsansätze aus?

Wie schon in meinen vergangenen Blog-Artikeln erörtert (siehe Was kann die Politik vom Projektmanagement lernen?Politisches Handeln: Strategische vs. operative Ziele„Politik im Zeitalter der Verantwortung“: Wie kann diese aussehen? ), braucht es eine neue Form der Verantwortlichkeit in der österreichischen Politik. Die Bürger sind unzufrieden, wichtige gesellschaftliche und politische Herausforderungen werden unzureichend angegangen und die Qualität des politischen Outputs ist nicht ausreichend.

Es ist Zeit diese Probleme anzugehen:

  • Welche Lösungsansätze gibt es um zu einer besseren Politik zu kommen?
  • Können Ansätze aus dem Projektmanagement das politische System bereichern und den Output verbessern?
  • Was passiert wenn Politiker stärker für ihr (Nicht-)Handeln verantwortlich gemacht würden?

Diese und andere Fragen rund um das Thema „Ergebnisverantwortung in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik“ möchten wir gerne am 28. August im Rahmen des Arbeitskreises diskutieren. Um dem komplexen und vielschichtigen Thema gerecht zu werden, eine dynamisch inspirierende Workshop-Atmosphäre zu schaffen und die „wisdom of the crowd“ zu nutzen, werden wir auf eine abgewandelte Version eines World-Cafes setzen – ein Pro-Action-Cafe.

 

Arbeitskreis 02: Zuletzt wird abgerechnet: Das Prinzip Ergebnisverantwortung in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik
28.08.2013, 11:00-13:30
Hauptschule
Breakout / Working Group in deutscher Sprache
weitere Informationen: alpbach.org