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Wer vertraut, wird belohnt – der Verhaltensökonom Michael Kosfeld sprach bei VBEN über „Vertrauen als Schmiermittel für Wirtschaft und Gesellschaft“

023_20180911Kooperationen sind gut und wichtig, können aber nur zustande kommen, wenn die Beteiligten einander mit Vertrauen begegnen. Wie gut die Chancen dafür stehen, dass das auch belohnt wird, und wie sehr Menschen überhaupt in der Lage sind zu vertrauen, zeigt Michael Kosfeld, Direktor des Frankfurter Labors für Experimentelle Wirtschaftsforschung, mit seiner Arbeit.

Am 11. September sprach der Verhaltensökonom beim Netzwerktreffen des „Vienna Behavioral Economics Network“ (VBEN) über „Vertrauen als Schmiermittel für Wirtschaft und Gesellschaft“.

Vertrauen verlangt Vorleistung

Wer seinem Gegenüber Vertrauen entgegen bringt, geht damit auch Risiken ein, weil er nicht wissen kann, was passieren wird. Doch diese Vorleistung zu erbringen ist für Kosfeld so essentiell wie erfolgversprechend. Denn jemand, dem vertraut wird, wird sich in der Regel dementsprechend verhalten. Bei jemandem, dem misstraut wird, ist es (im negativen Sinn) genauso. Dazu kommt: Wer vertraut, ist optimistischer, wer misstraut, ist pessimistischer.

Vertrauen ist die Basis für Erfolg

014_20180911Will ein Unternehmen dauerhaft erfolgreich sein, ist eine vertrauensvolle Basis zwischen Führungspersonen/Management und Mitarbeitenden praktisch unabdingbar, gab Kosfeld dem interessierten Publikum im Wiener „Forum Mozartplatz“ zu bedenken.

Zu einer guten Führung gehört es immer auch, eine gute Vertrauenskultur zu schaffen. Die Forschung zeigt, dass nicht alle Menschen eigennützig handeln, manche aber schon. Das Ziel muss daher sein, die eigennützigen, nicht kooperativen Menschen zu motivieren, ohne dabei die kooperativen zu demotivieren: „Ich brauche Kontrolle, aber auch Vertrauen.“

015_20180911Kosfeld betonte darüber hinaus, dass es Zeit braucht, Vertrauen aufzubauen und zu halten – ein Appell an die Geduld und durchaus auch als Appell zu verstehen an Menschen, darunter so manche ManagerInnen, denen Vertrauen schwer fällt, denen Vertrauensbereitschaft und Vertrauenswürdigkeit fehlen. Etwas, vor dem Kosfeld nur warnen kann, denn: „Wer nie vertraut, wird nie einem vertrauenswürdigen Menschen begegnen.“

Zur APA/OTS-Aussendung über den VBEN-Event mit Michael Kosfeld

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Alle Fotos: VBEN/APA-Fotoservice/Hörmandinger
Fotograf/in: Martin Hörmandinger

Nächstes VBEN-Treffen am 7. November

Matthias Sutter, einer der führenden Verhaltensökonomen im deutschsprachigen Raum, wird am 7. November 2018 mit seiner Keynote „Die Entdeckung der Geduld – Ausdauer schlägt Talent“ Speaker beim nächsten Treffen des „Vienna Behavioral Economics Network“ (VBEN) sein.

Infos und Anmeldung: vben.at