Archiv für den Monat: September 2017

VBEN-Events im Herbst

Das Vienna Behaviorial Network (VBEN) startet mit gleich drei spannenden Events in den Herbst.

Aldo Rustichini: „Morality, Policy and the Brain“
Aldo Rustichini ist Professor für Ökonomie an der University of Minnesota. In seiner Forschung setzt er sich intensiv mit der Spiel- und Entscheidungstheorie, mit experimenteller Ökonomie und Neuroökonomie auseinander.
20. September 2017, 18:30-20:00 Uhr
Deloitte Wien, Renngasse 1/Freyung, 1010 Wien
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Iris Bohnet: „What works – Gender Equality by Design“
Wie wir mit Hilfe von Verhaltensdesign echte Chancengleichheit schaffen und wie davon nicht zuletzt Wirtschaft, Politik und Gesellschaft profitieren, wird die Schweizer Verhaltensökonomin Iris Bohnet erläutern. Zu diesem Thema hat sie auch ihr aktuelles Buch „What Works: Gender Equality by Design“ verfasst, das sie ebenfalls im Gepäck haben wird. Bohnet ist Professorin für Public Policy an der Harvard Kennedy School in Cambridge, Massachusetts. Zu ihren Schwerpunkten zählen Entscheidungs- und Verhandlungstheorie sowie Geschlechtergleichstellung.
10. Oktober 2017, 18:30-20:00 Uhr
Österreichische Nationalbank, Otto-Wagner-Platz 3, 1090 Wien
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Andrew Oswald: Happiness and Work
Der britische Ökonom Andrew Oswald, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der University of Warwick, ist Experte für Arbeitsökonomie und forscht intensiv in den Grenzbereichen zwischen Ökonomie, Epidemiologie und Psychologie.
14. November 2017, 18:30-20:00 Uhr
Ort: noch offen
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Mehr Infos und Anmeldung unter vben.at

vben Flyer Herbst 2107

Kooperation steht immer über dem Konflikt

Wir Menschen setzen stärker auf Kooperationen als auf Konflikte, denn sie sichern nicht zuletzt unser Überleben. Damit Kooperationen funktionieren können, braucht es aber als Basis strenge soziale und kulturelle Normen und auch Sanktionen für nicht-kooperatives Verhalten.

In seiner Keynote beim Europäischen Forum Alpbach sprach mein Bruder, der Vorarlberger Ökonom Ernst Fehr, der an der Universität Zürich Mikroökonomik und Experimentelle Wirtschaftsforschung lehrt, über Konflikt und Kooperation in Gesellschaft, Wirtschaft und Staaten.

Dabei wurde klar, dass der Konflikt zwar überall in besonderem Ausmaß präsent ist, uns die Kooperation, also die Zusammenarbeit, jedoch viel stärker prägt. Denn Kooperationen sind im Alltag, in der Gesellschaft, innerhalb von Gruppen wie etwa Familien genauso wie auch in der Wirtschaft nicht zuletzt überlebenswichtig. Weil sie aber praktisch ständig passieren, fallen sie uns oft gar nicht auf und wir fokussieren eher auf den Konflikt als auf die Bereitschaft zur Kooperation und ihre positiven Auswirkungen. Hier ein Interview mit Ernst Fehr im Magazin Trend.

Damit Kooperationen funktionieren, braucht es aber als Basis strenge soziale und kulturelle Normen, an denen sich alle orientieren können und müssen: in der Gesellschaft genauso wie in der Wirtschaft und im staatliche Bereich.

Auch ist unser Wille zur Kooperation immer an bestimmte Erwartungshaltungen geknüpft: Was machen andere, wie kooperieren sie? Das Verhalten unseres Umfelds hat also stets Einfluss darauf, wie wir selbst interagieren. Hier kommen die Vorbilder ins Spiel, in Unternehmen zum Beispiel Führungskräfte, deren Verhalten absolut mitentscheidend dafür ist, ob Kooperationen zustande kommen und erfolgreich sind oder eben nicht.

Damit Kooperationen funktionieren, braucht es außerdem (legitimierte) Sanktionen, die nicht-kooperatives Verhalten ahnden. Dazu nannte Ernst Fehr das Pariser Klimaabkommen als Beispiel. Die teilnehmenden Staaten verpflichten sich freiwillig zur Reduktion von Treibhausgasen, doch wer die Ziele nicht einhält, muss keine Konsequenzen fürchten. Das macht solche Kooperationen extrem brüchig. Nachzulesen auf derstandard.at

Foto: Markus Prantl

Franz Fischler, Präsident Europäisches Forum Alpach, Corinna Fehr, Ernst Fehr und Gerhard Fehr bei der Eröffnung der Wirtschaftsgespräche zum Europäischen Forum Alpbach 2017 (Foto: Markus Prantl)

Wie groß ist Ihr Blind Spot?

Wer seinen Blind Spot kennt, kann ihn verkleinern und dadurch die Qualität seiner Entscheidungen maßgeblich verbessern. Haben Sie schon einmal überlegt, wie groß Ihr persönlicher Blind Spot ist?

Jeder Mensch, jedes Unternehmen und jede Organisation hat einen Blind Spot, einen „blinden Fleck“, der rationale Entscheidungen verhindert. Denn Blind Spots bewirken, dass wir Dinge nicht so sehen, wie sie sind, daher von falschen Voraussetzungen ausgehen und entsprechend handeln. In der Folge leidet die Qualität unserer Entscheidungen und das hat für Unternehmen oder Organisation genauso Auswirkungen wie auf das Individuum im privaten und beruflichen Bereich.

Die verhaltensökonomische Forschung zeigt, dass vier Treiber maßgeblich für die Entstehung von Blind Spots verantwortlich sind: 1. Eine unterschiedliche Innen- und Außenwahrnehmung: Unsere Selbstwahrnehmung stimmt nicht mit dem Bild, das andere von uns selbst haben, überein. 2. Der Eigennutzen steht über dem Fremdnutzen: Jemand handelt eher aus eigenem Interesse, anstatt auch Interessen anderer, im privaten Bereich zum Beispiel von Freunden, Familie oder Gesellschaft, einzubeziehen. 3. Geduld: Jemand setzt eher auf Kurzfristigkeit anstatt auch längerfristige Auswirkungen mitzubedenken. 4. Verhaltensmuster und kognitive Verzerrungen: Wir interpretieren Situationen und Sachverhalte vor allem auf Grund von eigenen Wahrnehmungen, Erfahrungen und Stereotypen. In der Folge schätzen wir Chancen und Risiken falsch ein. (mehr dazu hier)

Wenn wir feststellen, wie groß unser persönlicher Blind Spot ist und welche Treiber dafür verantwortlich sind, können wir ihn verkleinern und so die Qualität unserer Entscheidungen verbessern. Im Konfliktmanagement spielen Blind Spots daher eine bedeutende Rolle und mit Hilfe von Mediation, die immer die Interessen und Bedürfnisse aller Beteiligten im Fokus und eine gemeinsame positive Lösung zum Ziel hat, können sie ausfindig gemacht und reduziert werden.

Wissen Sie, wie groß Ihr Blind Spot ist? Mit diesem kleinen Fragebogen finden Sie es heraus:

(c) FehrAdvice & Partners AG